Holzrahmenbau

2. Holzbautag bei Luschka + Wagenmann

Knauf unterstützt Fachhandel als Netzwerker zwischen Planer und Fachunternehmer

Mit der zweiten Auflage des Holzbautages landete die Luschka + Wagenmann GmbH (Mannheim) am 20. September einen großen Erfolg: Über 100 Fach­besucher waren der Einladung des Fachhandels ins schmucke Carl-Benz-Museum in Ladenburg gefolgt. Sie erlebten einen ebenso informativen wie kommunikationsfördernden Nachmittag rund um das Themenumfeld Holz­rahmenbau.

Wolfgang Seltenreich, Geschäftsführer bei Luschka + Wagenmann: „Im Ver­gleich zu unserer Premiere vor drei Jahren haben wir diesmal nicht nur das Handwerk, sondern auch Architekten eingeladen, immerhin 40 Gäste aus diesem Bereich sind gekommen, dazu fast 70 von Fachunternehmer-Seite.“ Das zeige die Aktualität des Holzrahmenbaus auf beiden Seiten. „Die Marktforschung sagt klare Wachstumstendenzen in den Bereichen Holz­rahmenbau voraus“, so Seltenreich, „aber in der Metropolregion Rhein-Neckar ist der Holzrahmenbau nur sehr begrenzt vertreten.“ Hier setzt der mit 64 Beschäftigten in Mannheim und Neu-Isenburg ansässige Fachhandels­betrieb mit seiner Initiative an und hat sich entsprechend klar positioniert: „Wir sehen uns als Handel mit Schwerpunkten in den Bereichen Holz, Trockenbau und Bauelemente in der Verantwortung und auch in der Lage, eine Ver­anstaltung wie den Holzbautag als neutrale Plattform für ein aktives Netzwerk zwischen Planer, Industrie und Handwerk zu schaffen.“

Holzrahmenbau habe in den Bereichen nachhaltiges und energieeffizientes Bauen klare Vorteile gegenüber den konventionellen Bauarten, heißt es von Seiten des Fachhändlers.

Schallschutz im Holzbau

Diese These zu untermauern und gleichzeitig die Möglichkeiten dieser Bauweise aufzuzeigen war Zielsetzung der Referenten. Holz- und Trockenbauweise werden aktuell immer enger verbunden mit den Begriffen Nachhaltigkeit und Innovation. Das zeigte Knut Anthes, Markt-Management Trockenbau Knauf Gips KG, in seinem Vortrag zunächst anhand der Rolle von Gips mit seinen baubiologischen und bauphysikalischen Eigenschaften für das nachhaltige Bauen. Schwerpunkt war dabei der Schallschutz. Anthes kam zum Ergebnis, dass Luft- und Trittschallschutz nicht zu trennen sind, letzterer aber entscheidend sei für die geräuschdämmende Wirkung der Konstruktion. An einigen Beispielen wurde deutlich, wie sich mit schweren Unterdeckenkonstruk­tionen der Schallschutz entsprechend optimieren lässt. Anthes: „Die Entkoppe­lung der Konstruktionen bringt die besten Werte.“ Hinweise zur qualitativ hochwertigen Ausführung und zur Gewährleistung rundeten diesen Programm teil ab.

„Dicht ist Pflicht“ bei der Wärmedämmung

Herwig Gassner, Regionalleiter Technik Süd bei Knauf Insulation, beleuchtete in seinem Vortrag die speziellen Voraussetzungen, Anforderungen und ausführungstechnischen Möglichkeiten des Holzbaus bezogen auf die Wärmedämmung. Er betonte vor allem die Bedeutung der dichten Gebäude­hülle für die Energieeffizienz: „Dicht ist Pflicht!“, und zeigte anhand den Bestimmungen der einschlägigen Norm DIN 4108-7, wie Planung und Ausführung einer umlaufenden Luftdichtheitsebene realisiert werden. Bei den Konstruktionsbeispielen zur Wärmedämmung im Neubau und bei Sanierungen demonstrierte Gassner verschiedene Versionen am geneigten und am flachgeneigten Dach sowie an Wänden, jeweils in Holzbauweise. Berücksichtigt wurden dabei auch das spezifische Feuchtemanagement der Konstruktion und die Integration von Schall- und Brandschutz.

Marktchance mehrgeschossiger Holzbau

René Stein vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TU München zeigte schließlich unter dem Titel „Modernisierung und Verdichtung“ anspruchsvolle Lösungen in Holzrahmenbauweise, deren Bedeutung er so skizzierte: „Vor allem bei mehrgeschossigen Wohn-, Büro- und Verwal­tungsbauten in urban geprägten Siedlungsgebieten kann der Holzrahmenbau seine Vorteile ausspielen.“ Beispiel Energieeffizienz: Durch die Anordnung der Dämmung innerhalb der Tragebene kann nahezu der gesamte Wand­querschnitt für die Wärmedämmung genutzt werden. Bereits mit Bauteildicken von 30 cm seien U-Werte von 0,15 W/ (m²•K) möglich. Beispiel Wohnklima: Durch die bei der Holzrahmenbauweise besonders warmen Innenoberflächen der Gebäude umhüllenden Bauteile werde in der kalten Jahreszeit bereits bei geringeren Raumlufttemperaturen ein angenehmes Wohnklima erreicht: „Im Sommer verzögert der große Wärmedurchgangswiderstand der hochwärme­gedämmten Bauteile den Wärmestrom von der warmen Außenseite zur kühleren Innenseite und verhindert dadurch eine Überhitzung der Räume.“ René Stein unterstrich auch den Faktor Wirtschaftlichkeit der Holzrahmen­bauweise durch computerunterstützte Planung und hohe Vorfertigung, die höhere erreichbare Nutzfläche durch die kompakten Wandkonstruktionen und durch das geringere Risiko baufeuchtebedingter Schäden zu Nutzungsbeginn.

Die zwischenzeitlichen Fragerunden, die abschließende Diskussion und der fachliche Austausch unter den Teilnehmern zeigte, dass die Initiatoren des Holzbautages ihr Ziel, Netzwerke zu knüpfen zwischen den Beteiligten, erreicht haben. Wolfgang Seltenreich zog denn auch ein positives Fazit: „Das Interesse war sehr groß. Über 50 Prozent der Teilnehmer haben namentlich ein Interesse an einer aktiven Weiterentwicklung des Netzwerkes bekundet.“ Intern geht man zur Nachbereitung der Veranstaltung so vor: „Wir segmentieren die Interessenten in Planer und Fachunternehmer. Danach führen wir Kontakt­besuche durch, dabei erfragen wir den Wissenstand, die bisherigen Tätigkeitsschwerpunkte und Anforderungen unserer Profikunden und der Planungsseite an eine zukünftige Zusammenarbeit. In kleinen Gruppen schaffen wir dann ein Gesamtkonzept für das Netzwerk in der Metropolregion Rhein-Neckar.“